08.07.2017 (Ganztägig)

Heuer findet das UNESCO-Welterbefest am 8. Juli 2017 ab 11 Uhr erstmals direkt am Keutschacher See in Gerti ́s Strandbad statt. Mit dem Fest wird das derzeit einzige UNESCO-Welterbe Kärntens gefeiert - die 6000 Jahre alte Pfahlbausiedlung im Keutschacher See. 

Monitoring - Litzlberg Süd am Attersee

Im April 2013 wurden die ersten Installationen für ein Monitoring-System vorgenommen. Die hierbei in die Seeuferstation angebrachten Erosionsmarker können durch eine regelmäßige Ablesung den Zustand des Welterbes dokumentieren. Durch diese Datenerhebungen sollen Gefährdungszonen des Welterbes ermittelt werden, um an die jeweilige Gefahren-Situation angepasste Schutzmaßnahmen entwickeln zu können.

Die Erosionsmarker zeigen im Uferbereich leichte Erosion von einem Zentimeter. Die seeseitige Ausdehnung der Siedlung weist jedoch keine Erosion auf, es kommt in manchen Bereichen (EM 40, EM 60) sogar eher zu einer Sedimentierung. Problematisch zeigt sich jedoch die Situation in den Bojenkratern innerhalb der Schutzzone. In manchen Kratern durchbrechen die Eisenketten der Segelschiff-Bojen das Seesediment und erreichen die prähistorischen Kulturschichten. In diesen Bereichen reibt die Kette die Kulturschicht auf, durchwühlt die Stratifizierung und beschädigt die prähistorischen Objekte. Bereits 2013 könnten einige Krater bei denen die KS zerstört wird ausfindig gemacht werden, bei der Besichtigung 2014 konnten nun weitere identifiziert werden. 

Im tieferen Bereich (ab 2m Wassertiefe) ist sehr lockeres Seesediment von 10cm mit Pflanzenbewuchs über einem festerem Boden mit Kieseinschlüssen vorhanden. Hier konnten keine obertägigen Befunde ausgemacht werden. Daraus wird geschlossen, dass die Seeufersiedlung durch Seesediment und Bewuchs bedeckt und gut geschützt ist. KS und Funde treten lediglich in den Bojenkratern zu Tage, die diese natürliche Schutzschicht zerstören.

Im näheren Uferbereich (unter 2m Wassertiefe) verändert sich die Situation und große Steine mit Kies und Schotter bedecken das Seesediment mit Kieseinschlüssen. Darüber befindet sich eine ungefähr 3-5cm dicke Schlickschicht. Zwischen den Steinen treten immer wieder Funde auf. Vorwiegend handelt es sich um Keramikfragmente, Hüttenlehm und Holzkohle. An manchen Stellen ist jedoch auch zwischen den Steinen Kulturschicht erkennbar. Kulturschicht tritt jedoch nur fleckenweise auf und bildet im Uferbereich keine durchgängige flächige Schicht mehr. 

Palafittes Guide App

Palafittes Guide App Screenshot

Der «Palafittes Guide» ist eine umfangreiche Informations-Sammlung über das Unesco-Welterbe. Er enthält einen Audioguide für zahlreiche schweizer, deutsche und österreichische Standorte. An diesen Standorten wird in jeweils etwa 3 Minuten erzählt, was im Boden oder im Seegrund liegt, wie die Pfahlbauer hier gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.
 
Neben diesem Audioguide enthält der «Palafittes Guide» Informationen zu Museen, in denen Objekte aus der Pfahlbauerzeit ausgestellt sind, sowie eine umfangreiche Textsammlung mit allgemeinen Informationen über die Pfahlbauer. Für den Audioguide gilt: Auch er funktioniert überall, aber vor Ort ist er auf jeden Fall interessanter.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: