Kuratorium Pfahlbauten - Burgring 7, 1010 Wien
Tel.: +43 (0) 1 521 77 295, Email: info@pfahlbauten.at

Palynologische Untersuchungen aus Abtsdorf I am Attersee

Neue interdisziplinäre Forschungsergebnisse zur Bronzezeitlichen Welterbestation Abtsdorf I  am Attersee.
 
Zu den vom Kuratorium Pfahlbau geförderten wissenschaftlichen Arbeiten gehört die Auswertung von archäologischem Material. Dazu zählt nicht nur die Analyse von Stein-, Keramik- oder Holzartefakten. Sedimentproben die während der unterwasserarchäologischen Arbeiten mit einem Bohrgerät gewonnen werden, spielen dabei ebenfalls eine bedeutende Rolle.
 
Abgelagerte Seesedimente beinhalten fossilen Pollen, der sich über mehrere Jahrtausende in feuchtem Milieu erhalten hat. Nach der chemischen Aufbereitung im Labor und der Analyse unter dem Mikroskop können wertvolle zusätzliche Informationen zum Leben der prähistorischen Seeuferbewohner gewonnen werden. Bioarchäologische Untersuchungen des Blütenstaubs erlauben eine Rekonstruktion der Vegetations- und Klimabedingungen. Darüber hinaus kann mit Hilfe der Pollenanalyse ein Einblick in die Nutzung pflanzlicher Ressourcen gewonnen werden. Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt (sog. „human impact“) näher zu erforschten, ist damit möglich. 
 
2014 wurde die bronzezeitliche Welterbestation Abtsdorf I auf diese Weise untersucht. Die Ergebnisse ergänzen das bisherige Bild zum Alltagsleben der österreichischen Pfahlbausiedler. Neben dem Getreide- und Nutzpflanzenanbau wurden auch Wildpflanzen gesammelt. Einige der damals genutzten Pflanzen schätzt man noch heute. So wurden um Abtsdorf I Dinkel (Triticum spelta), Emmer (Triticum dicoccum) und Flachs (Linum usitatissimum) kultiviert. Auch die Brombeere (Rubus fruticosus), Holunderbeeren (Sambucus nigra) und Haselnüsse (Corylus avellana) konnten im Pflanzenfundspektrum nachgewiesen werden. Im Siedlungsumland kam es durch Pflanzenanbau und Weidewirtschaft zu einer Auflichtung der ursprünglich dichten Bewaldung. 
Neben dem archäobotanischen Arbeitsschwerpunkt wurden verschiedene physikalische, chemische und geologische Analysen durchgeführt um Hinweise auf mögliche Seespiegelschwankungen zu erlangen. Kalibrierte Radiocarbondatierungen gewähren zudem einen Einblick in die Siedlungsgeschichte der Region. 
 
Die interdisziplinären Forschungsergebnisse stammen aus der von Marie-Claire Ries verfassten Bachelorarbeit „Palynologische Untersuchung der frühbronzezeitlichen Ufersiedlung Abtsdorf I (Attersee)“. 
Die vollständige Arbeit sowie ein in Kürze hochgeladener englischsprachiger Beitrag sind als Download verfügbar.

Palafittes Guide App

Palafittes Guide App Screenshot

Der «Palafittes Guide» ist eine umfangreiche Informations-Sammlung über das Unesco-Welterbe. Er enthält einen Audioguide für zahlreiche schweizer, deutsche und österreichische Standorte. An diesen Standorten wird in jeweils etwa 3 Minuten erzählt, was im Boden oder im Seegrund liegt, wie die Pfahlbauer hier gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.
 
Neben diesem Audioguide enthält der «Palafittes Guide» Informationen zu Museen, in denen Objekte aus der Pfahlbauerzeit ausgestellt sind, sowie eine umfangreiche Textsammlung mit allgemeinen Informationen über die Pfahlbauer. Für den Audioguide gilt: Auch er funktioniert überall, aber vor Ort ist er auf jeden Fall interessanter.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: