08.07.2017 (Ganztägig)

Heuer findet das UNESCO-Welterbefest am 8. Juli 2017 ab 11 Uhr erstmals direkt am Keutschacher See in Gerti ́s Strandbad statt. Mit dem Fest wird das derzeit einzige UNESCO-Welterbe Kärntens gefeiert - die 6000 Jahre alte Pfahlbausiedlung im Keutschacher See. 

Keutschach am See, Kärnten

In der südlich des Wörthersees gelegenen Keutschacher Talfurche befinden sich vier Seen, der Keutschacher See, der Hafnersee, der Rauschelesee und der sehr kleine Bassgeigensee sowie etliche kleine Teiche. Die Entstehung der Seen ist auf einen Seitenast des Draugletschers zurückzuführen, der in der Würmeiszeit das gesamte Tal bedeckte. Dass es in früherer Zeit eine Verbindung zwischen den Seen gab, zeigen auch heute noch die östlich und westlich des Keutschacher Sees befindlichen Moorflächen, die Teil eines Ramsar-Schutzgebietes sind. Auch heute kommt es an den naturbelassenen Uferzonen zur Verlandung der Seen. Die Kuppe der Untiefe, auf der sich der Pfahlbau befindet, dürfte in historischer Zeit immer wieder aus dem See herausgereicht haben. Nach Auskunft von Ortsansässigen war auch noch im 20. Jahrhundert die heute knapp 2 m unter Wasser liegende Kuppe mit Schilf bewachsen und gut erkennbar.

Der Pfahlbau im Keutschacher See befindet sich in einer Insellage mitten im See. Aus diesem Grund kommt es zu keinen Erosionserscheinungen durch Uferverbauung und es besteht auch kein Baudruck. Dennoch kommt es stellenweise zu kleinräumigen Schäden, die beim derzeitigen Stand der Untersuchungen nicht ganz klar einzuordnen sind. Eventuell könnten Winterstürme hier eine Rolle spielen. Unter anderem erzeugen auch Großfische, wie die im Jahr 1920 eingesetzten Zander, Abdeckungen von einzelnen Stellen, indem sie an einer Stelle verharrend, die Deckschichten durch ihren Flossenschlag freilegen. Bereits jetzt sind besonders gefährdete Stellen durch Geotextilien abgedeckt. Da am Pfahlbau Keutschacher See jährlich Untersuchungen und Kontrolltauchgänge durchgeführt werden, kann die Erosionsentwicklung gut dokumentiert werden. Zusätzlich wird ein neues Monitoringkonzept erarbeitet.

Durch die starke Einbindung der Bevölkerung in die Forschung am Pfahlbau in den letzten Jahren und durch eine enge Kooperation mit der Wasserrettung besteht eine hohe Sensibilität in der Thematik und eine gute Überwachung.

 
Das Welterbe besichtigen:

Landesmuseum Kärnten - Rudolfinum 

Museumsgasse 2, 9021 Klagenfurt

Tel.: + 43 50-536-30599

E-Mail: willkommen@landesmuseum.ktn.gv.at

Das Rudolfinum ist wegen Umbau bis 2018/2019 geschlossen.

Die Funde zu den Pfahlbausiedlungen können derzeit nicht besichtigt werden. 

Website: http://www.landesmuseum.ktn.gv.at

Palafittes Guide App

Palafittes Guide App Screenshot

Der «Palafittes Guide» ist eine umfangreiche Informations-Sammlung über das Unesco-Welterbe. Er enthält einen Audioguide für zahlreiche schweizer, deutsche und österreichische Standorte. An diesen Standorten wird in jeweils etwa 3 Minuten erzählt, was im Boden oder im Seegrund liegt, wie die Pfahlbauer hier gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.
 
Neben diesem Audioguide enthält der «Palafittes Guide» Informationen zu Museen, in denen Objekte aus der Pfahlbauerzeit ausgestellt sind, sowie eine umfangreiche Textsammlung mit allgemeinen Informationen über die Pfahlbauer. Für den Audioguide gilt: Auch er funktioniert überall, aber vor Ort ist er auf jeden Fall interessanter.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: