Kuratorium Pfahlbauten - Burgring 7, 1010 Wien
Tel.: +43 (0) 1 521 77 295, Email: info@pfahlbauten.at

Pfahlbauzeit im Seengebiet

Ziel des Projektes „Pfahlbauzeit im Seengebiet“ war die Vermittlung des jungen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ an die SchülerInnen und Schüler der Neuen Mittelschule Seewalchen. Das Thema wurde über ein gesamtes Schuljahr in den Unterricht integriert und den Kindern näher gebracht. Verschiedene Klassen bearbeiteten in unterschiedlichen Fächern (Geschichte, Werken, Biologie, Bildnerische Erziehung, Musik, Mathematik,…) Spezialthemen, die fächer- und klassenübergreifend zueinander Bezug nahmen. Bei dem Projekt „Pfahlbauzeit im Seegebiet“ fand eine hervorragende Kooperation zwischen der NMS-Seewalchen und dem Kuratorium Pfahlbauten statt. Helena Novak begleitete und unterstützte die Schule tatkräftig bei der Durchführung des Projektes. Zu unterschiedlichen Themen wurden Experten und Expertinnen für die Durchführung verschiedener Workshops mit den SchülerInnen in die Schule eingeladen.

Workshop "Musikarchäologie" (April 2013)

Mit der Musikarchäologin Frau Beate Pomberger konnten die SchülerInnen verschiedene Musikinstrumente der Jungsteinzeit ausprobieren. Sie stelle die Entwicklungsgeschichte der Musik anhand archäologischen Fundmaterials dar und zeigte vor welche Klänge durch Knochenflöten, Schwirrhölzer und andere urgeschichtliche Instrumente erzeugt werden können. 

Workshop "Steinschlagen" (Mai 2013)

Der Steinschlagexperte Herr Franz Pieler erarbeitete mit den Schülern und Schülerinnen das Abschlagen von Feuerstein. Im Werkunterricht wurden anschließend Werkzeuge aus der Jungsteinzeit nachgebaut.

Workshop "Zeitleistenweg" (Mai 2013)

Beim Projekt Zeitleistenweg erklärten die Textilarchäologinnen Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer den Kindern die Bekleidung der Menschen in verschiedenen Epochen. Die Kinder zogen die Gewänder an und wurden von der Maskenbildnerin Elfi Hasenhütl und ihrem Assistenten Diego Rojas geschminkt und frisiert. Die eingekleideten Schülerinnen und Schüler stellten sich in zeitbezogene Gruppen zusammen und wurden durch Herrn Adriaan de Wit fotografiert. Diese Bilder wurden für einen Zeitleistenweg verwendet, der die Epochen der Menschheitsgeschichte behandelt. Informationstafeln zu den jeweiligen Zeitabschnitten wurden hierfür im Laufe des Sommers 2013 von der Bushaltestelle bis zum Schuleingang aufgestellt. In der Projektwoche im Herbst 2013 konnten die SchülerInnen und Schüler diesen Zeitleistenweg eröffnen und durch Führungen den BesucherInnen erklären. Die Gemeinde Seewalchen und dem Kuratorium Pfahlbauten unterstützten den Bau und die Aufstellung der Tafeln finanziell. Diese Tafeln wurden am Schulweg dauerhaft installiert und sind für alle Passanten frei zugänglich. Durch diese öffentliche Wirksamkeit war es uns wichtig, dass die gesamte Schule repräsentiert wird. Somit stellt jede Klasse eine gewisse Zeitspanne dar, von der Steinzeit bis ins Heute. Insgesamt 87 Gewandensembles, zuzüglich Assessors, Perücken und weiterem Kopfschmuck wurden von den Archäologinnen für die Epochendarstellungen zur Verfügung gestellt. Alle Tafel des Zeitleistenweges finden Sie auf Atterwiki.

Workshop "Tauchphysik und Unterwasser Archäologie" (Juni 2013)

Das Thema Tauchphysik wurde sowohl im Unterricht als auch in der Praxis in Zusammenarbeit mit dem Strandbad Seewalchen vermittelt. Das Strandbad Seewalchen stellte ihr Schwimmbecken für einen Schnuppertauchkurs zur Verfügung, der durch dem Tauchlehrer Florian Pöller von der regionalen Tauchbasis „Austrian Divers“ in Unterach am Attersee durchgeführt wurde. Parallel zum Tauchen im Becken gab es auch Stationen mit Experimenten zur Tauchphysik und zur archäologischen Arbeit unter Wasser auf der Liegewiese des Standbades. Der oberösterreichische Site Manager des UNESCO-Welterbes, Herr Henrik Pohl, brachte zudem Fundmaterial aus den urgeschichtlichen Pfahlbaustationen zur Anschauung mit. 

Vorträge

Im Geschichtsunterricht zeigte Herr Gerald Egger den Kindern Fundgegenstände, Fotos, einen Unterwasserfilm über Reste einer Pfahlbausiedlung in Seewalchen und beeindruckte die Kinder mit seinen Erzählungen. Johann Reichenzauner besuchte die Schule und erzählte spannendes zur Ortsgeschichte Seewalchens.

Projektwoche (Oktober 2013)

Die Ergebnisse aller, über das Schuljahr verteilter, Einzelprojekte wurden in einer Projektwoche im Herbst 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Das gesamte Projekt wurde von den LeherInnen und Lehrern der NMS-Seewalchen schriftlich und bildlich dokumentiert. Diese Dokumentation soll dem Kuratorium Pfahlbauten bei der Planung und Durchführung weiterer Schulprojekte behilflich sein. Ohne die engagierte Arbeit der LehrerInnen und Lehrer der HS-Seewalchen und des Kuratoriums Pfahlbauten wäre das Projekt in diesem Ausmaß nicht umsetzbar gewesen. Es hat den Grundstein für weitere Folgeprojekte gelegt und großen Anklang bei den SchülerInnen und Schülern, sowie in der Gemeinde Seewalchen gefunden. 

Auszüge aus dem Feedback der Schüler und Schülerinnen

Ich habe gelernt, dass...
... Feuer machen nicht leicht ist. Man darf nicht die Nerven verlieren und soll geschickt sein.
... man mit Holz sehr viele instrumente machen kann.
... es viel mehr Arbeit war früher Häuser zu bauen.
... sie früher nicht zimperlich waren und viel aus Bronze machten.
... Teamarbeit hilft!
 
Mir hat besonders gut gefallen...
... dass man das selbst Gemachte mit nach Hause nehmen durfte.
... den Schlamm zu kneten und Wachsmesser zu machen. In der Pampe wühlen!
... dass man zusammen arbeiten kann.
... das Messer das ich gemacht habe.
 

Schule

Neue Mittelschule Seewalchen, 4863 Seewalchen am Attersee, Dr. R. Schuhstraße 2

 

Fördergeber

Culture Connected
Kuratorium Pfahlbauten
Gemeinde Seewalchen
Bundesforste 
NHM Wien

 

Partner

Dr. Beate Pomberger, Freie Archäologin und Musikerin, Workshop "Musikarchäologie".
Dr. Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer, Wissenschaftliche Mitarbeiter des Naturhistorisches Museums Wien, Workshop "Zeitleistenweg".
Dr. Franz Bieler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Eggenburg, Workshop "Steinschlagen".
Michael Konrad, Achräologie Student und Arbeitskreis-Sprecher für experimentelle Archäologie, Mitarbeit in Projektwoche bie Station "Bronzeguss".
Elfi Hasenhütl und Djego Rojas, Freischaffende/r Maskenbildner/in, Perücken und Frisuren für Workshop "Zeitleistenweg".
Gerald Egger, Verein "Die Pfahlbauer", Mitarbeit in Projektplanung und -durchführung, Vermittler zwischen Hauptschule und Kuratorium Pfahlbauten, Vortrag im Unterricht.
Johann Reichenzauner, Heimatforscher aus Seewalchen, Mithilfe bei Zeitleistenweg-Text, Vortrag im Unterricht.
Adriaan de Wit, Freischaffender Fotograf, Fotografien für Zeitleistenweg
Alvis Wiener, Filmdokumentation des Projektes

Palafittes Guide App

Palafittes Guide App Screenshot

Der «Palafittes Guide» ist eine umfangreiche Informations-Sammlung über das Unesco-Welterbe. Er enthält einen Audioguide für zahlreiche schweizer, deutsche und österreichische Standorte. An diesen Standorten wird in jeweils etwa 3 Minuten erzählt, was im Boden oder im Seegrund liegt, wie die Pfahlbauer hier gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.
 
Neben diesem Audioguide enthält der «Palafittes Guide» Informationen zu Museen, in denen Objekte aus der Pfahlbauerzeit ausgestellt sind, sowie eine umfangreiche Textsammlung mit allgemeinen Informationen über die Pfahlbauer. Für den Audioguide gilt: Auch er funktioniert überall, aber vor Ort ist er auf jeden Fall interessanter.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: