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Ein Grabungstag in Mooswinkel

9. April 2019

Frühmorgendliche Anreise nach Scharfling am Mondsee. Probleme mit der Parkplatzsuche, jedoch pünktlich zur Lagebesprechung angekommen. Freundlicher Empfang durch die Grabungsmannschaft. Neben alten Gesichtern - Henrik und Helena als Grabungsleitung, Verena und Esther als Taucherinnen, Michael als Kapitän und Doris in der Fundverwaltung -, sieht man auch neue, junge und frische Gesichter - Markus als Taucher, Samuel als Praktikant und das jüngste Mitglied der Grabungsfamilie, Noah, ist erst 1 ½ Jahre alt.

Alle Taucher sind zur Freude der Grabungsleitung einsatzbereit. Gleichzeitig wird betont, dass kommende Grabungen nicht mehr im eiskalten Schneeschmelzwasser stattfinden sollen. Es erfolgt die Arbeitszuteilung. Henrik und Helena ergänzen sich prima, zumindest sehen sie so aus, als hätten sie einen Plan. Wenig später sitzt eine Herrenrunde in der Lobby des Instituts des Bundesamts für Wasserwirtschaft und biegt Edelmetall- und Aluminiumdraht unter der Anleitung des gelernten Schlossers Markus in die richtige Form. Fast schon serienmäßig werden Hacken zum Festhalten bzw. Anstecken produziert.

Die Stimmung ist gut. Erste Gespräche. Während die Taucherinnen, heute eine reine Frauenrunde in der Begleitung unseres charmanten Bootsführers Michael, zum Grabungsschnitt aufbrechen, schlämmen Samuel und ich für einen ersten groben Überblick die restlichen Schlämmsäcke der ersten Grabungswoche durch. Samuel hat nicht nur Praktikantenglück, er hat beim Schlämmen ein gutes Auge und trotzt bravourös den kalten Außentemperaturen und dem Wasserstrahl.

Bereits die erste Durchsicht des Schlämmmaterials gibt der Grabungsleitung und dem Team recht, in Mooswinkel im Rahmen des Zeitensprung-Projektes weiterzumachen. Knochen, Zähne, Fischwirbel, Fischschuppen, Keramik und natürlich haufenweise Organik - und dabei hat die diesjährige Grabung gerade erst angefangen. Nachdem am Nachmittag unsere Taucherinnen etwas ausgekühlt zurückgekehrt sind, hat sich das Team Fundverwaltung geschlossen und gut organisiert an die Arbeit gemacht. Teamarbeit macht Spaß und klappt zumindest in Mooswinkel hervorragend.

Stehende und liegende Hölzer wurden „erstversorgt“, eingemessene Tauchfunde katalogisiert und weitere Netze geschlämmt, deren Inhalt das Herz jeder Archäologin und jedes Archäologen höher schlagen lässt. Ich bin davon überzeugt, dass diese Kampagne erfolgreich verlaufen wird, zum einen wegen der Zusammensetzung des Teams, zum anderem wegen der Fundstelle und den Funden selbst. Das einzige, was der Erwartungshaltung hinter her hängt, ist das Wetter, aber bis die 1m Kulturschicht abgetragen ist, bekommen wir auch das noch hin. Große Vorfreude!

 

Zugehöriges Projekt


Forschungen in den Seeufersiedlungen in Attersee und...

Florian Ostrowski studierte Geschichte sowie Urgeschichte und Historische Archäologie an der Universität Wien.

Skizze zur Fundreinigungsvorrichtung, die das Team meist als Schlämmanlage bezeichnet. (Bild: Florian Ostrowski  - OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
Skizze zur Fundreinigungsvorrichtung, die das Team meist als Schlämmanlage bezeichnet. (Bild: Florian Ostrowski - OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
So sieht es zurzeit unter Wasser aus. (Bild: Henrik Pohl - OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
So sieht es zurzeit unter Wasser aus. (Bild: Henrik Pohl - OÖLM - Kuratorium Pfahlbauten)
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Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

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